Aufruf zur Demonstration und zum Straßenfest 2019 vom Maibündnis Trier
Dieses Jahr findet in Absprache mit dem DGB die Demo und das Fest des Maibündnisses am Vortag des 1. Mai am 30. April statt!

Reinfeiern in den 1.Mai – Einladung zu Demo und Straßenfest

Die Beschäftigtenzahlen erreichen Rekordwerte, die deutsche Exportwalze rollt und rollt, der Mindestlohn bahnt sich fleißig seinen Weg nach oben – können wir uns da am 1. Mai nicht alle zurücklehnen und die Wirtschaft vor sich hinbrummen lassen? Mal auf der Couch entspannen und stolz darauf sein, dass wir die Nummer 1 sind in Europa, ach was in der ganzen Welt?
In Frankreich, ja, da brennt die Hütte, da hat es die Regierung zu weit getrieben mit ihren Sparmaßnahmen, aber hier?
Hier läuft‘s.
Oder etwa nicht?

Seit Jahr und Tag wollen uns die Regierenden einreden, dass es diesmal aber wirklich keinen Grund mehr zur Beschwerde gibt. Wenn er es nicht schon war, so sei er nun endgültig vorbei, der Klassenkampf. Oder wie sie es eher nennen würden: der „Interessenkonflikt“. Die „leichten Unstimmigkeiten“ zwischen jenen, die am Fließband, dem Computer, für die Gäste, Kund*innen oder Patient*innen arbeiten und jenen, die daraus Profit ziehen wollen. Die, die reich waren, reich sind und reich werden, nicht weil sie arbeiten, sondern weil sie arbeiten lassen.
Doch wenn dieser Kampf tatsächlich zu Ende wäre, wenn er einer vertrauensvollen „Partnerschaft“ Platz gemacht hat – wie ist dann zu erklären, dass der größte Teil des Reichtums immer noch auf den Konten einiger weniger Bank- und Konzernimperien landet? Dass Millionen Menschen mit einem Mindestlohn oder Teilzeitarbeit abgespeist werden, die nicht annähernd ein glückliches Leben ermöglichen, geschweige denn vor Altersarmut schützen? Dass angemessenes Wohnen, gute Bildung und sichere Arbeit keine Menschenrechte, sondern Privilegien sind? Und dass rechte Demagogen von AfD & Co es schaffen, trotz an sich vorhandenem Überfluss mit dem Argument zu punkten, es sei nicht genug für alle da – nicht genug Platz, nicht genug Arbeit, nicht genug Zukunft?

So bitter es ist: Wir haben das Jahr 2019. Befinden uns in einem der reichsten Länder der Welt. Und müssen noch immer gegen all den Mist kämpfen, den das Leben in der heutigen Gesellschaft so mit sich bringt. Gegen Wohnungsknappheit und hohe Mieten. Gegen die Zerstörung der Umwelt. Gegen Ausbeutung. Gegen Sexismus. Gegen Rassismus. Gegen Faschismus. Gegen all die Versuche, noch ein Stückchen Selbstbestimmung, einen Rest Freiheit, das kleine bisschen Hoffnung auf eine bessere Welt durch den Fleischwolf des Kapitalismus zu drehen.

Dieser Kampf kostet Kraft und Kraft entsteht durch Solidarität. Solidarität ist keine Selbstverständlichkeit. Also lasst uns gemeinsam streiken, gemeinsam für die Überwindung des Kapitalismus und für die gleichberechtigte Teilhabe an einer besseren Gesellschaft protestieren oder auch: Gemeinsam in den Kampftag der Arbeiter*innenklasse reinfeiern!
Daher laden wir Dich ein, zu unserem traditionellen Straßenfest am 30. April 2019 auf dem Orli-Torgau-Platz in der Hornstraße in Trier-West zu kommen.

Wer sich nicht bewegt, spürt seine Fesseln nicht!
- Rosa Luxemburg

Kommt am 30. April um 16:30Uhr zur Demo zur Porta Nigra und kommt anschließend in die Hornstraße und feiert mit uns!
Kommt am 1. Mai zur Kundgebung des DGB Trier auf dem Hauptmarkt und schließt Euch der Demo dort an!

Der gemeinsame Aufruf wurde beschlossen im Februar 2019